Auf den Tag genau 76 Jahre nach der Befreiung Würselens, am 17.11.2020  wurde vor der Pfarrkirche Sankt Sebastian ein so genannter „Hörstein“ vorgestellt, der den Menschen ein Stück Geschichte erzählen soll. Seit dem Sommer ist Würselen auf Anregung der Geschichtswerkstatt Würselen e.V.  Mitglied der Liberation Route, einer Route der Erinnerung, die sich ständig weiterentwickelt und dabei bedeutende Meilensteine der modernen europäischen Geschichte miteinander verknüpft. In den nächsten Wochen soll die Tafel fest montiert werden.

Sie stellten die Tafel vor: V.l.n.r.: Volker Dederichs (Geschichtswerkstatt Würselen), Gotthard Kirch (Liberation Route NRW e.V.), Heinz-Peter Hess (Kirchenvorstand St. Sebastian) und Bürgermeister Roger Nießen (Foto Presseamt Stadt Würselen).

Die Tafel zeigt die zerstörte Kirche St. Sebastian und einen der beiden amerikanischen Soldaten, die am Kampf um den Ravelsberg beteiligt waren und deren Geschichte erzählt wird. Die Tafel wird einen QR Code aufweisen, mit dem man ein kleines Hörspiel zu den letzten Kriegswochen in Würselen abrufen kann.

Einer der beiden amerikanischen Soldaten, Sergeant William Aubut, hatte täglich Post nach Hause geschickt, kehrte aber nicht zurück. Sein Enkel hat später aus Zitaten dieser Briefe ein Lied geschrieben und es „Somewhere in Germany“ genannt. Außerdem wird an Schilderungen von Zeitzeugen aus Würselen erinnert. Erwähnung findet auch die Gechichte von Ernst Voß, der als Jude aus Würselen flüchtete und als US-Soldat wieder in die Stadt kam.

Seine Eltern Jakob und Emma Voß, Würselener Bürger aus der Wilhelmstraße, haben das KZ in Auschwitz nicht überlebt.

Das Hörspiel kann über einen QR-Code oder den Internet-Link

https://liberationroute.de/germany/pois/s/somewhere-in-germany-l256

kostenlos abgerufen werden.

Der Song des Enkels Mark LaPointe über seinen Großvater William Aubut kann in Youtube aufgerufen werden https://www.youtube.com/watch?v=WpQeIg8fYJw

Auf Youtube ist auch ein Filmstreifen zur Situation in Würselen nach der Befreiung vom 17. – 19.11.1944 zu sehen, u.a. mit dem Markt und der Kirche  St. Sebastian. Link https://www.youtube.com/watch?v=R89fzTqn0KA

Der Filmteil über Würselen beginnt bei Minute 14 und 22 Sekunden und dauert etwa 2 1/2 Minuten. Warnung: Es werden auch Szenen von Schwerverletzten gezeigt.

Die Geschichtswerkstatt hat den Eigenanteil an diesem Projekt finanziert, rund 80 % der Förderung steuert das Heimatministerium des Landes Nordrhein-Westfalen bei, bei dem wir uns herzlich bedanken.

Das Buch über die Familie Jakob Voß, deren Sohn am 17.11.1944 als amerikanischer Soldat nach Würselen zurückkam, können Sie in dem Buch „Far away from Würselen“ nachlesen (siehe Bild und Bildunterschrift).

Diese Tafel wird in den nächsten Wochen auf den Stein am Turm der Kirche montiert. Sie zeigt die zerstörte Kirche St. Sebastian 1944 und einen der amerikanischen Soldaten, die am Kampf um den Ravelsberg in Würselen beteiligt waren und der wenig später fiel.

"Far away from Germany" von Iris Gedig Hg. und Stefan Kahlen. Hahne und Schloemer Verlag Düren. Das Buch handelt von der Familie Jakob Voss aus Würselen